Du willst deine WordPress-Website zu einem neuen Hoster umziehen? Vielleicht ist dein aktuelles Hosting zu langsam, zu teuer oder der Support lässt zu wünschen übrig. Egal aus welchem Grund — der Umzug einer WordPress-Seite ist kein Hexenwerk, wenn du die richtigen Schritte befolgst.
In dieser Anleitung zeige ich dir drei bewährte Methoden: per Plugin, über den neuen Hoster oder komplett manuell. Für jede Methode gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Wann lohnt sich ein WordPress-Umzug?
Bevor du loslegst, hier die häufigsten Gründe für einen Hosting-Wechsel:
- Langsame Ladezeiten: Dein Hosting-Server reagiert zu langsam, die Website hat schlechte Core Web Vitals
- Schlechter Support: Du erreichst den Support nicht oder bekommst keine hilfreichen Antworten
- Zu teuer: Du zahlst zu viel für die gebotene Leistung
- Fehlende Features: Kein kostenloses SSL, kein Staging, kein automatisches Backup
- Veraltete Technik: Alte PHP-Versionen (unter 8.1), kein HTTP/2 oder HTTP/3
- Skalierung: Deine Website wächst und braucht mehr Ressourcen
Vor dem Umzug: Checkliste
Egal welche Methode du wählst — diese Schritte solltest du vorher erledigen:
- Backup erstellen — vollständiges Backup (Dateien + Datenbank) auf deinem Computer speichern
- Plugins und Themes updaten — alles auf den neuesten Stand bringen
- Zugangsdaten sammeln — FTP/SFTP, Datenbank, WordPress-Admin, Domain-Registrar
- Neues Hosting einrichten — Account beim neuen Hoster anlegen, SSL aktivieren
- E-Mail-Accounts notieren — falls deine E-Mails über den alten Hoster laufen
- DNS-Propagation einplanen — nach dem Umzug kann es bis zu 48 Stunden dauern, bis die Domain weltweit auf den neuen Server zeigt (in der Praxis meist 1–4 Stunden)
Methode 1: WordPress umziehen mit Plugin
Die einfachste Methode für die meisten Websites. Funktioniert ohne technische Vorkenntnisse.
Empfohlene Plugins 2026
| Plugin | Kostenlos bis | Premium ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| All-in-One WP Migration | 256 MB | ~69 $/Jahr | Einfachste Bedienung |
| Duplicator | Unbegrenzt (Basic) | ~49 $/Jahr | Auch für Staging geeignet |
| UpdraftPlus | Backup kostenlos, Migration Premium | ~70 $/Jahr | Bestes Backup-Plugin, Migration als Add-on |
| Migrate Guru | Unbegrenzt | Kostenlos | Serverbasiert, kein Upload-Limit |
Ich empfehle Migrate Guru für größere Websites (über 500 MB) und All-in-One WP Migration oder Duplicator für kleinere Projekte.
Schritt-für-Schritt: Umzug mit Duplicator
Schritt 1: Plugin installieren und Paket erstellen
- Installiere „Duplicator” über das WordPress-Plugin-Verzeichnis
- Gehe zu Duplicator → Pakete → Neues erstellen
- Klicke auf Weiter — das Plugin prüft dein System
- Klicke auf Erstellen — Duplicator erstellt ein Archiv deiner gesamten Website
- Lade beide Dateien herunter: das Archiv (ZIP) und den Installer (installer.php)
Schritt 2: WordPress beim neuen Hoster vorbereiten
- Logge dich beim neuen Hoster ein
- Erstelle eine neue Datenbank (Name, Benutzer und Passwort notieren)
- Lade die beiden Duplicator-Dateien (Archiv + Installer) per FTP/SFTP in das Root-Verzeichnis des neuen Hostings hoch
Schritt 3: Installer ausführen
- Rufe im Browser
https://deine-domain.de/installer.phpauf (oder die temporäre URL des neuen Hosters) - Gib die Datenbank-Zugangsdaten ein (die du in Schritt 2 erstellt hast)
- Klicke auf Validate und dann auf Next
- Duplicator importiert alle Dateien und die Datenbank
- Im letzten Schritt passt das Plugin automatisch alle URLs an
Schritt 4: DNS umstellen
- Gehe zu deinem Domain-Registrar (z. B. INWX, United Domains, Namecheap)
- Ändere die DNS-Einträge (A-Record und ggf. AAAA-Record) auf die IP-Adresse des neuen Servers
- Warte auf die DNS-Propagation (1–48 Stunden)
Schritt 5: Nach dem Umzug prüfen
- Website aufrufen — lädt sie korrekt?
- Alle Unterseiten testen
- Formulare testen
- SSL-Zertifikat aktiv (https://)?
- Bilder und Medien laden korrekt?
- WordPress-Admin erreichbar?
- Permalinks: Einstellungen → Permalinks → Änderungen speichern klicken (einmal reicht)
- Plugins prüfen und ggf. neu aktivieren
- Caching-Plugin leeren und neu konfigurieren
- Google Search Console: Crawling prüfen
Methode 2: Umzug über den neuen Hoster
Viele moderne Hosting-Anbieter bieten einen kostenlosen Umzugsservice oder ein eigenes Migrationstool an.
Hoster mit kostenlosem Umzugsservice
| Hoster | Umzugsservice | Besonderheit |
|---|---|---|
| Raidboxes | Kostenlos, automatisch | Deutsches WordPress-Hosting, exzellente Performance |
| Cloudways | Kostenlos (Plugin) | Cloud-basiert, sehr schnell, eigenes Migrationsplugin |
| SiteGround | Kostenlos (Plugin) | Guter Support, eigenes Migrationstool |
| Kinsta | Kostenlos, manuell durch Kinsta-Team | Premium-Hosting, Migration durch Experten |
| All-Inkl | Kein automatischer Service | Solides Shared Hosting, manueller Umzug nötig |
Beispiel: Umzug zu Raidboxes
- Erstelle einen Account bei Raidboxes
- Lege eine neue Box (= WordPress-Installation) an
- Nutze das eingebaute Migrationstool: WordPress-Admin-Zugangsdaten eingeben
- Raidboxes zieht die komplette Website automatisch um
- Teste auf der temporären Raidboxes-URL
- Stelle die DNS-Einträge um
Methode 3: Manueller WordPress-Umzug
Für Entwickler und fortgeschrittene Nutzer. Volle Kontrolle, aber mehr Aufwand.
Schritt 1: Backup erstellen
Dateien sichern:
- Verbinde dich per SFTP (z. B. mit FileZilla) mit dem alten Server
- Lade den gesamten WordPress-Ordner herunter (insbesondere
/wp-content/)
Datenbank sichern:
- Öffne phpMyAdmin beim alten Hoster
- Wähle deine WordPress-Datenbank
- Klicke auf Exportieren → Schnell → SQL → OK
- Speichere die
.sql-Datei auf deinem Computer
Schritt 2: Beim neuen Hoster einrichten
- Erstelle eine neue Datenbank beim neuen Hoster
- Importiere die
.sql-Datei über phpMyAdmin (Importieren → Datei auswählen → OK) - Lade alle WordPress-Dateien per SFTP auf den neuen Server hoch
Schritt 3: wp-config.php anpassen
Öffne die Datei wp-config.php und passe die Datenbank-Zugangsdaten an:
define('DB_NAME', 'neue_datenbank');
define('DB_USER', 'neuer_benutzer');
define('DB_PASSWORD', 'neues_passwort');
define('DB_HOST', 'localhost'); // oder die Angabe des neuen Hosters
Schritt 4: URLs in der Datenbank anpassen
Wenn sich die Domain nicht ändert, kannst du diesen Schritt überspringen. Bei Domain-Wechsel musst du alle alten URLs in der Datenbank ersetzen.
Wichtig: Nutze dafür nicht „Suchen und Ersetzen” in phpMyAdmin — das zerstört serialisierte Daten. Verwende stattdessen:
- WP-CLI:
wp search-replace 'alte-domain.de' 'neue-domain.de' --all-tables - Search Replace DB (Interconnect/IT): Webbasiertes Tool, das serialisierte Daten korrekt verarbeitet — nach Gebrauch sofort vom Server löschen!
Schritt 5: DNS umstellen und testen
Genau wie bei Methode 1 — DNS-Einträge ändern, Propagation abwarten, alles testen.
Sonderfall: Domain wechseln (ohne Hosting-Wechsel)
Wenn du nur die Domain ändern willst (z. B. von alte-firma.de zu neue-firma.de), aber beim selben Hoster bleibst:
- Neue Domain beim Hoster hinzufügen
- In WordPress unter Einstellungen → Allgemein die neue URL eintragen
- Alle URLs in der Datenbank ersetzen (siehe Methode 3, Schritt 4)
- 301-Redirects von der alten zur neuen Domain einrichten
- Google Search Console: Adressänderung melden
- Alte Domain mindestens 12 Monate weiterleiten
Häufige Probleme und Lösungen
„White Screen of Death” nach dem Umzug
- PHP-Version prüfen — stimmt sie beim neuen Hoster überein?
wp-config.phpauf Tippfehler prüfen- Alle Plugins deaktivieren (per SFTP den Ordner
/wp-content/plugins/umbenennen)
Bilder werden nicht angezeigt
- URLs in der Datenbank wurden nicht korrekt ersetzt
- Dateiberechtigungen falsch (sollten 644 für Dateien, 755 für Ordner sein)
.htaccessfehlt oder ist fehlerhaft
Permalinks funktionieren nicht
- Einstellungen → Permalinks → Änderungen speichern klicken
- Prüfen, ob
mod_rewriteaktiviert ist .htaccessmanuell erstellen, falls nötig
Mixed Content (HTTP/HTTPS)
- Alle URLs in der Datenbank auf HTTPS umstellen
- Plugin „Better Search Replace” oder WP-CLI nutzen
- SSL-Zertifikat beim neuen Hoster aktivieren
E-Mails funktionieren nicht mehr
- Wenn E-Mails über den alten Hoster liefen: MX-Records beim Domain-Registrar prüfen und auf den richtigen E-Mail-Server zeigen
- Alternative: E-Mail zu einem externen Anbieter umziehen (Google Workspace, Microsoft 365, Mailbox.org)
Wie lange dauert ein WordPress-Umzug?
| Methode | Zeitaufwand |
|---|---|
| Plugin (kleine Website) | 30–60 Minuten |
| Plugin (große Website) | 1–3 Stunden |
| Hoster-Migration | 15–45 Minuten (+ Wartezeit) |
| Manueller Umzug | 2–5 Stunden |
Dazu kommt die DNS-Propagation: 1–48 Stunden (meist unter 4 Stunden).
Tipp: Lass es einen Profi machen
Wenn dir das alles zu technisch ist oder du Angst hast, etwas kaputt zu machen — kein Problem. Die meisten WordPress Freelancer bieten Website-Migrationen als Service an. Die Kosten liegen typischerweise bei 100–300 € für einen Standard-Umzug.
Das ist gut investiertes Geld, denn ein schiefgelaufener Umzug kann zu Datenverlust, Ausfallzeiten und SEO-Problemen führen.
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Fazit
WordPress umziehen ist 2026 deutlich einfacher als noch vor ein paar Jahren. Für die meisten Websites reicht ein Migrations-Plugin oder der kostenlose Umzugsservice des neuen Hosters. Nur bei großen oder komplexen Installationen lohnt sich der manuelle Weg.
Das Wichtigste: Erstelle immer ein vollständiges Backup, bevor du irgendetwas anfasst. Und teste nach dem Umzug alles gründlich — jede Seite, jedes Formular, jedes Bild. So stellst du sicher, dass nichts verloren geht und deine SEO-Rankings nicht leiden.