Ein regelmäßiger SEO-Check ist Pflicht, wenn du mit deiner Website bei Google sichtbar bleiben willst. Die Anforderungen ändern sich laufend, und was letztes Jahr noch gereicht hat, kann heute schon zu wenig sein. In diesem Guide zeige ich dir, wie du deine Website Schritt für Schritt auf SEO-Schwachstellen prüfst, welche Tools du dafür brauchst und welche Fehler du sofort beheben solltest.
Warum regelmäßige SEO-Checks wichtig sind
Google aktualisiert seinen Algorithmus mehrmals pro Jahr mit größeren Core Updates. Was sich dabei ändert, erfährst du oft erst an deinen Rankings. Ein regelmäßiger SEO-Check, idealerweise alle drei bis sechs Monate, hilft dir:
- Probleme zu erkennen, bevor sie deine Rankings kosten
- Chancen für bessere Platzierungen zu identifizieren
- Technische Fehler zu finden und zu beheben
- Deine Konkurrenz im Blick zu behalten
Schritt 1: Indexierung prüfen
Bevor du irgendetwas anderes tust, prüfe, ob Google deine Seite überhaupt kennt.
Google Search Console nutzen
Die Google Search Console ist dein wichtigstes SEO-Tool. Falls du sie noch nicht eingerichtet hast, hole das jetzt nach. Du brauchst sie für fast jeden Schritt in diesem Check.
Im Bereich “Seiten” siehst du:
- Wie viele Seiten Google indexiert hat
- Welche Seiten ausgeschlossen wurden und warum
- Ob Crawling-Fehler vorliegen
site:-Abfrage in Google
Eine schnelle Prüfung: Gib in Google site:deinedomain.de ein. Du siehst sofort, welche Seiten Google von deiner Website im Index hat. Vergleiche die Anzahl mit der tatsächlichen Anzahl deiner Seiten. Große Abweichungen deuten auf Probleme hin.
Häufige Indexierungs-Probleme
- Noindex-Tags auf wichtigen Seiten: Prüfe den Quellcode auf
<meta name="robots" content="noindex">. - Blockierung durch robots.txt: Stelle sicher, dass deine robots.txt keine wichtigen Seiten blockiert.
- Duplicate Content: Identische oder sehr ähnliche Inhalte auf verschiedenen URLs führen dazu, dass Google nur eine Version indexiert.
- Canonical-Fehler: Falsch gesetzte Canonical-Tags können Seiten aus dem Index halten.
Schritt 2: Technische SEO prüfen
Technische Fehler sind häufig die Ursache für schlechte Rankings. Viele davon sind leicht zu beheben, wenn man sie kennt.
Core Web Vitals checken
Google misst die Nutzererfahrung deiner Website anhand von drei Metriken:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell wird der Hauptinhalt geladen? Ziel: unter 2,5 Sekunden.
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks und Eingaben? Ziel: unter 200 Millisekunden.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Springt das Layout beim Laden? Ziel: unter 0,1.
Prüfe deine Core Web Vitals in der Google Search Console unter “Nutzerfreundlichkeit der Seite” oder mit PageSpeed Insights.
Mobile-Friendliness testen
Google indexiert primär die mobile Version deiner Website. Prüfe:
- Ist deine Website responsiv?
- Sind Texte ohne Zoomen lesbar?
- Sind Buttons und Links groß genug für Touchscreens?
- Werden alle Inhalte auch mobil angezeigt?
Die Chrome DevTools bieten einen Device-Modus, mit dem du verschiedene Mobilgeräte simulieren kannst.
HTTPS und Sicherheit
HTTPS ist seit Jahren Pflicht. Prüfe zusätzlich:
- Ist dein SSL-Zertifikat gültig und nicht abgelaufen?
- Gibt es Mixed-Content-Warnungen (HTTP-Ressourcen auf HTTPS-Seiten)?
- Sind Security-Header gesetzt (HSTS, CSP, X-Frame-Options)?
Crawling-Effizienz
Nutze ein Crawling-Tool, um deine Website aus der Perspektive einer Suchmaschine zu analysieren:
- Screaming Frog SEO Spider: Der Goldstandard unter den Crawling-Tools. Die kostenlose Version crawlt bis zu 500 URLs. Der Spider findet defekte Links, fehlende Meta-Tags, Duplicate Content und viele weitere Probleme. Kostet als Jahreslizenz ca. 259 Euro.
- Sitebulb: Visuell aufbereitete Crawling-Berichte mit klaren Handlungsempfehlungen.
Schritt 3: On-Page-SEO überprüfen
On-Page-SEO betrifft alles, was direkt auf deiner Website passiert: Inhalte, HTML-Struktur und interne Verlinkung.
Title-Tags und Meta-Descriptions
Prüfe für jede wichtige Seite:
- Title-Tag: Ist das Haupt-Keyword enthalten? Ist der Titel zwischen 50 und 60 Zeichen lang? Ist er einzigartig und klickattraktiv?
- Meta-Description: Enthält sie das Keyword und einen Call-to-Action? Ist sie zwischen 130 und 155 Zeichen lang? Beschreibt sie den Seiteninhalt treffend?
Fehlende oder doppelte Title-Tags und Meta-Descriptions findest du schnell mit Screaming Frog oder der Google Search Console.
Überschriften-Struktur (H1-H6)
Jede Seite sollte genau eine H1-Überschrift haben, die das Hauptthema beschreibt. Darunter folgen H2- und H3-Überschriften in logischer Hierarchie. Prüfe:
- Gibt es eine einzige H1 pro Seite?
- Sind Keywords sinnvoll in Überschriften integriert?
- Ist die Hierarchie logisch (keine H3 ohne vorherige H2)?
URL-Struktur
Gute URLs sind:
- Kurz und beschreibend
- Enthalten das Haupt-Keyword
- Verwenden Bindestriche statt Unterstriche
- Nutzen nur Kleinbuchstaben
- Vermeiden unnötige Parameter und Sonderzeichen
Beispiel: deinedomain.de/seo-optimierung ist besser als deinedomain.de/p=1234 oder deinedomain.de/SEO_Optimierung_Tipps_2026_Best_Practices.
Bilder-SEO
Bilder werden häufig vernachlässigt, bieten aber SEO-Potenzial:
- Alt-Texte: Jedes Bild sollte einen beschreibenden Alt-Text haben, der das Keyword enthält.
- Dateigröße: Bilder sollten komprimiert sein (unter 200 KB, idealerweise unter 100 KB).
- Dateiformate: Verwende WebP oder AVIF statt JPEG oder PNG.
- Dateinamen: Beschreibende Dateinamen mit Keywords statt
IMG_2847.jpg. - Lazy Loading: Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs sollten erst beim Scrollen geladen werden.
Interne Verlinkung
Eine durchdachte interne Verlinkung hilft Google, deine Website zu verstehen, und verteilt Linkpower auf wichtige Seiten.
Prüfe:
- Sind deine wichtigsten Seiten von der Startseite aus maximal 3 Klicks entfernt?
- Gibt es verwaiste Seiten, die von keiner anderen Seite verlinkt werden?
- Nutzt du beschreibende Ankertexte statt “hier klicken”?
- Sind die Links thematisch relevant?
Schritt 4: Content-Qualität bewerten
Google bewertet Inhalte nach E-E-A-T-Kriterien (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness). Prüfe deine wichtigsten Seiten:
Aktualität
- Sind die Informationen noch korrekt und aktuell?
- Stimmen Jahreszahlen, Preise und Empfehlungen noch?
- Funktionieren alle externen Links?
- Gibt es neuere Entwicklungen, die du ergänzen solltest?
Vollständigkeit
- Behandelt der Artikel das Thema umfassend?
- Werden die wichtigsten Fragen beantwortet?
- Bietet der Content Mehrwert gegenüber der Konkurrenz?
Thin Content identifizieren
Seiten mit sehr wenig Inhalt (unter 300 Wörter), die keine spezifische Suchintention bedienen, können deiner gesamten Website schaden. Optionen:
- Content ausbauen und verbessern
- Mehrere dünne Seiten zu einer umfassenden Seite zusammenführen
- Unnötige Seiten auf noindex setzen oder löschen (mit 301-Redirect)
Schritt 5: Backlinks analysieren
Backlinks sind nach wie vor einer der stärksten Rankingfaktoren. Ein SEO-Check sollte immer auch dein Linkprofil umfassen.
Backlink-Profil prüfen
- Google Search Console: Unter “Links” siehst du, welche Websites auf dich verlinken.
- Ahrefs Free Backlink Checker: Zeigt kostenlos die wichtigsten Backlinks einer Domain.
- Ubersuggest: Bietet eine Backlink-Übersicht in der kostenlosen Version.
Worauf du achten solltest
- Toxische Links: Links von Spam-Seiten, Link-Farmen oder irrelevanten Verzeichnissen. Bei massiven Problemen kannst du das Google Disavow Tool nutzen.
- Verlorene Links: Wertvolle Backlinks, die nicht mehr funktionieren. Kontaktiere den Webmaster und bitte um Korrektur.
- Ankertexte: Ein natürliches Linkprofil hat verschiedene Ankertexte. Wenn 80 % deiner Backlinks denselben Ankertext verwenden, wirkt das unnatürlich.
- Konkurrenz-Analyse: Prüfe, woher deine Konkurrenten ihre Backlinks bekommen. Das zeigt dir Möglichkeiten für eigene Links.
Schritt 6: Strukturierte Daten prüfen
Strukturierte Daten (Schema Markup) helfen Google, den Inhalt deiner Seite besser zu verstehen und können zu Rich Snippets in den Suchergebnissen führen.
Schema Markup testen
Nutze den Google Rich Results Test oder den Schema Markup Validator, um zu prüfen:
- Sind strukturierte Daten vorhanden?
- Sind sie fehlerfrei implementiert?
- Werden sie von Google erkannt?
Sinnvolle Schema-Typen
- FAQPage: Für FAQ-Bereiche und häufig gestellte Fragen
- LocalBusiness: Für lokale Unternehmen mit Adresse
- Article / BlogPosting: Für Blogartikel
- HowTo: Für Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- BreadcrumbList: Für die Breadcrumb-Navigation
- Product: Für Produkte mit Preis und Bewertungen
Schritt 7: Rankings und Traffic analysieren
Der abschließende Schritt ist die Auswertung deiner aktuellen Rankings und Traffic-Daten.
Google Search Console: Rankings prüfen
Unter “Leistung” siehst du:
- Suchanfragen: Für welche Keywords wirst du angezeigt?
- Position: Auf welcher durchschnittlichen Position rankst du?
- Klickrate (CTR): Wie oft klicken Nutzer auf dein Ergebnis?
- Impressionen: Wie oft wird dein Ergebnis angezeigt?
Sortiere nach Position und schaue dir Keywords an, die auf Position 5 bis 15 ranken. Hier ist das Potenzial am größten: Mit gezielter Optimierung kannst du diese Keywords auf die erste Seite oder in die Top 3 bringen.
Google Analytics 4: Traffic analysieren
In GA4 siehst du:
- Welche Seiten den meisten organischen Traffic bekommen
- Wie sich der Traffic über die Zeit entwickelt
- Wie Nutzer sich auf deiner Website verhalten
- Welche Seiten hohe Absprungraten haben
Quick Wins identifizieren
Nach dem vollständigen Check priorisiere deine Maßnahmen:
- Kritische Fehler zuerst: Indexierungs-Probleme, defekte Links, fehlende HTTPS
- Low-Hanging Fruits: Keywords auf Position 5 bis 15 optimieren, fehlende Meta-Descriptions ergänzen
- Content-Optimierung: Veraltete Artikel aktualisieren, Thin Content ausbauen
- Technische Verbesserungen: Core Web Vitals optimieren, Bilder komprimieren
- Langfristige Maßnahmen: Linkbuilding, neue Content-Erstellung
Die besten kostenlosen SEO-Check-Tools 2026
Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Tools, die du für deinen SEO-Check brauchst:
| Tool | Kostenlos? | Hauptfunktion |
|---|---|---|
| Google Search Console | Ja | Indexierung, Rankings, Core Web Vitals |
| Google Analytics 4 | Ja | Traffic-Analyse, Nutzerverhalten |
| PageSpeed Insights | Ja | Performance-Analyse, Core Web Vitals |
| Screaming Frog | Ja (bis 500 URLs) | Crawling, technische Fehler |
| Ahrefs Webmaster Tools | Ja (eigene Website) | Backlinks, technischer Check |
| Ubersuggest | Teilweise | Keywords, Backlinks, Wettbewerb |
| Schema Markup Validator | Ja | Strukturierte Daten prüfen |
| Google Rich Results Test | Ja | Rich-Snippet-Vorschau |
Fazit
Ein gründlicher Website SEO Check ist kein Hexenwerk, braucht aber Systematik. Arbeite die sieben Schritte nacheinander ab, priorisiere die gefundenen Probleme und setze die wichtigsten Maßnahmen zuerst um. Plane den nächsten Check in drei bis sechs Monaten ein.
Wenn du professionelle Unterstützung bei deinem SEO-Check brauchst oder die gefundenen Probleme nicht selbst beheben kannst, findest du auf unserer Plattform erfahrene SEO-Freelancer, die dir helfen.